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Mehr Ziele als Mama und Papa!

“Ich hab jetzt schon mehr Ziele für mein Leben als Mama und Papa”

so die Aussage von Mara im DU!iT Kurs.

Das ist mal ne Ansage!

Statistisch gesehen ist es tatsächlich so, dass viele Erwachsene große Probleme damit haben, konkrete Ziele zu formulieren. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Unwissenheit
  • Versagensangst
  • Stress
  • Angst vor Sichtbarkeit und “zu sich stehen”
  • Angst vor Ablehnung

 

Warum ist das so?

Vielleicht ist uns die Bedeutung von Zielen im Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit schon als Kind nie klar vermittelt worden? Vielleicht wurden wir in der Kindheit nie ermutigt, einen klaren Willen zu artikulieren? Und vielleicht war das ja eher das Gegenteil der Fall: Einen Wunsch/ Wille zu äußern, war gar nicht gewünscht bzw. wurde sogar schlecht gemacht.

“Wenn ich groß bin will ich Schauspielerin werden!”

Wer kennt das nicht? Haben wir nicht alle als Kind große Träume gehegt?

Was war Ihr Traum? Gibt es ihn noch oder haben Sie ihn vielleicht schon verwirklicht?

Die Frage “Was willst du wirklich, wirklich?” erzeugt bei vielen Menschen zunächst diffuse Gefühle, Ahnungen, Sehnsüchte und Ängste. Dieses meist noch formlose Gedankenfeld muss erst geklärt und konzentriert werden. Zielklarheit zu besitzen ist ein Faktor, der nach Studien wesentlich zur Lebenszufriedenheit und schlussendlich zum Erfolg eines Menschen beitragen kann.

Ziele sind für Menschen wichtig, weil sie:

  • langfristig helfen, andauernde Kurskorrekturen vorzunehmen,
  • das Gehirn stimulieren, neue Vernetzungen aufzubauen,
  • Orientierungspunkte für unser Leben sind-ähnlich wie die Koordinaten für ein Flugzeug,
  • Kraft für Veränderungen freisetzen,
  • Kraft bündeln,
  • das eigene Wachstum (geistig, seelisch, sozial) befördern,
  • das Gefühl der Selbstwirksamkeit stärken

Im DU!iT – Kurs finden alle Kinder für sich eigene Ziele. Welche, die sie selbst für wichtig finden, nicht die Eltern oder die Lehrkräfte. Die Frage: “Was ist an deinem Leben schön und was könnte anders sein, damit es noch eine wenig schöner ist?” dient den Kindern als Vorbereitung und Ideenfindung. Daraus sind solche Zielsetzungen entstanden:

Ole: Mein Ziel ist es, dass ich cool bleibe, wenn mich jemand ärgert. 

Kira: Mein Ziel ist es, mit mehreren (Kindern) Kontakt aufzunehmen. 

Yannik: Mein Ziel ist es, lauter und deutlicher zu sprechen.

Edward: Mein Ziel ist es, meine Hausaufgaben vor dem Fußballtraining besser zu organisieren. 

Nele: Mein Ziel ist es, mich vor anderen zu trauen, meine eigene Meinung zu sagen.

Antje: Mein Ziel ist es, weniger Angst im Dunkeln zu haben.

Marcella: Mein Ziel ist es, mit meinen Freundinnen weniger zu streiten. 

Umud: Mein Ziel ist es, 10 Fußballtricks (von Ronaldo) zu können. 

Jasmin: Mein Ziel ist es, mit drei Bällen zu jonglieren. 

Kira: Mein Ziel ist es, einen eigenen Raptext zu schreiben, mit Melodie und Tanzschritten.

Merte: Mein Ziel ist es, ein Modellhaus zu bauen (will später Architektin werden).

Jana: Mein Ziel ist es, eine Rolle als Tanzmariechen zu bekommen. 

Bertrand: Mein Ziel ist es, in die nächste Klasse meiner Fußballmannschaft aufgenommen zu werden.

Selina: Mein Ziel ist es, den nächsten Gürtel im Judo zu bekommen.

 

Und was ist Ihr Ziel?

Sie haben noch nicht darüber nachgedacht? Dann ist vielleicht jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. Und wenn Sie Kinder haben, reden Sie mit ihnen über die eigenen und über fragen Sie nach ihren Zielen. Denn Ziele zu setzen und sie zu verwirklichen gibt Kraft und fördert das Wachstum auf allen Ebenen. Aber achten Sie darauf ihr Kind nicht zu manipulieren. Eltern und Lehrkräfte neigen dazu, genau zu wissen, was gut für den Anderen ist. Zumindest glauben Sie das… Lassen Sie sich doch von Ihrem Kind überraschen und beurteilen Sie den Wunsch nicht. Alles was das Kind sagt, wird wertschätzend wahrgenommen.

Nicht wundern: Die Beschäftigung mit eigenen Zielen ist für die Kinder in der Regel neu. Manchen Kindern fällt es sehr leicht, sie können direkt ihr persönliches Ziel benennen, manche Kinder benötigen dafür mehr Zeit und brauchen individuelle Unterstützung. Gespräche (“was würde dein Leben noch schöner, noch besser machen?”) und viel Zeit für die Entwicklung ist hierbei wichtig.  Aber es lohnt sich definitiv!

Hilfestellung: Situationen im Alltag sammeln, die man gerne anders erleben möchte und diese in ein sog. “Wunsch-Tagebuch” notieren. Das ist auch für Kinder eine tolle Sache. Es können Situationen sein, in denen Ihnen ein Verhalten an Ihnen auffällt, das Sie gerne ändern würden (Kinderbeispiel Ina, 3. Klasse: “Ich würde mich gerne weniger mit meiner Mutter streiten”), oder aber Situationen, in denen Sie merken, dass Sie etwas so gerne möchten, dass es sich unbedingt verwirklichen soll (Kinderbeispiel Jakob: “Ich will der beste Spieler meiner Mannschaft sein”).

Wenn Sie jetzt denken: “Das mache ich, ich werde mir jetzt auch Ziele setzen!” dann warten Sie nicht zu lange. Fangen Sie gleich damit an! Denn wenn ein Mensch ein Vorhaben nicht innerhalb von 72 Stunden umsetzt, wird er gar nicht mehr tun.

Und irgendwann wird Ihre Tochter oder Ihr Sohn aus dem DU!iT – Unterricht kommen und sagen: “Ich hab jetzt schon mehr Ziele für mein Leben als Mama und Papa.” Wollen Sie das wirklich??

Herzlichst!

Ihre

Christine Strauß-Ehret

Zehnerübergang Plus in 10 Minuten gelernt!

Können Sie 7 + 9 schnell rechnen? Und kommen Sie auf das richtige Ergebnis? Na klar! Ist doch einfach! Die Frage ist allerdings, wie Sie den Zehnerübergang errechnet haben. Auswendig gewusst? Gerechnet? Wie genau? Zur 7 noch 3 dazu und dann den Rest, oder zur 9 noch 1 dazu und dann den Rest? Oder 5 + 5+ 2 + 4? 

So einfach ist es also doch nicht. Für viele Kinder ist der Zehnerübergang schwierig. Und in der Schule ist es mittlerweile so, dass der Zehnerübergang teilweise gar nicht mehr thematisiert wird. In der Hoffnung, dass dann weniger Probleme entstehen. 

Tatsache ist, dass etliche Kinder den Zehnerübergang über das Weiterzahlen lösen. Zum Beispiel bei 7+9: Bis 7 zählen (1,2,3,4,5,6,7), dann weitermachen (jeden Finger einzeln aufstrecken, dabei aber bis 9 zählen (1,2,3,4,5,6,7,8,9) und dann schauen, wie viele Finger das zusammen sind. Da wir aber nur 10 Finger haben, gibt es da schon das erste Problem. Die Ergebnisse sind dann völlig falsch. Damit das nicht passiert, erhalten die Kinder meist eine Rechenhilfe, an der sie dann die Aufgabe auch wieder zählend lösen können (z.B. Rechenkette). Diese Hilfe ist aber nicht wirklich hilfreich, sondern führt immer tiefer in die Sackgasse des Zählens!!!  Und vor allem: Die Kinder verstehen nicht, was sie tun!

Wird der Zehnerübergang also gar nicht wirklich gelernt, sondern nur das Weiterzahlen geübt, wird das das Kind nicht verstehend rechnen können. Überhaupt ist es schwierig, den Zehnerübergang zu verstehen, wenn kein Mengenverständnis vorhanden ist. 

Was also tun?

Mit dem strukturierten Material aus dem Würfelhaus-Konzept und der passenden Anleitung am Kind kann jedes Grundschulkind den Zehnerübergang innerhalb von 10 - 15 Minuten sowohl verstehen als auch richtig rechnen lernen! 

So müssen Sie vorgehen: 

  1. Speichern Sie mit dem Kind die Würfelbilder bis 10. Das Kind sollte jede Menge schnell erkennen können ohne abzuzählen. 
  2. Legen Sie die zwei Zahlen (z.B.) 7 + 9 z.B. mit Plättchen (einfarbig!) als Würfelbilder auf den Tisch. Achten Sie darauf, dass die zwei Bilder nicht so dicht aneinander liegen.
  3. Stellen Sie die Ausgangsfrage: "Stell dir vor, du hast 7 Bonbons und ich hab 9. Wie kannst du herausfinden, wie viele wir zusammen haben?" Das Kind wird jetzt eine Lösung präsentieren, diese kann ganz unterschiedlich aussehen. Wahrscheinlich ist das Ergebnis aber nicht richtig oder eben einfach ausgezählt. 
  4. Jetzt klären Sie mit dem Kind, dass es wichtig ist - wenn es so viele einzelne Bonbons sind, nämlich mehr als 10 - 10er zu bilden. Zeigen Sie ihm dazu einen fertigen Zehner als Würfelbild. Jetzt fragen Sie das Kind: "Was meinst du, bei welche Zahl ist es für dich einfacher eine 10 zu machen? Bei der 7 oder bei der 9?" Wenn es nicht spontan antwortet, geben Sie noch eine Hilfe: "Wie viele fehlen bei der 7 noch, bis es 10 sind?" Danach: ""Wie viele fehlen noch bei der 9, bis es 10 sind?" Dann wiederholen Sie die erste Frage noch einmal. 
  5. Wenn das Kind gemerkt hat, dass es bei der 9 einfacher ist (weil ja nur noch Eins fehlt), fordern Sie es dazu auf, einen Zehner zu "machen". Das Kind wird dies tun, indem es ein Plättchen von der 7 zu der 9 schiebt. Sie fragen nun: "Wie viele sind es jetzt bei dir? Wie viele sind es jetzt bei mir?" Danach: "Und zusammen sind das 16:  6 Einzelne (oder Übrige) und 1 Zehner." Helfen Sie dem Kind, indem Sie zuerst auf die 6 Übrigen und dann auf die Zehn zeigen, während Sie die Zahl sagen. Sie können das Kind auch direkt darauf aufmerksam machen: "Fange immer bei den Einern (Einzelne, Übrige) an zu reden".
  6. Es gibt auch noch andere Wege zur Lösung zu kommen, z.B. kann das Kind die zwei unteren Fünfer zu einer Zehn zusammenfügen. Bleiben Sie flexibel und achten Sie darauf, dass das Kind logisch und strukturiert handelt.
  7. Wenn Sie so mit dem Kind verschiedene Aufgaben handeln geübt (geschoben) haben, dann lassen Sie das Kind nicht mehr schieben. Sie gehen den Prozess von der Aufgabenstellung bis zur Lösung genauso durch, nur dass Sie dieses Mal die Plättchen nicht bewegen lassen, sondern mit der inneren Vorstellung arbeiten: "Stell dir vor..." "Was würdest du tun?"
  8. Wenn das Kind dies auch gut kann, decken Sie die zweite Zahl (Menge) ab. Lassen Sie das Kind nur schauen, wenn es die Lösung nicht herstellen kann.
  9. Wenn das Kind in der Lage ist, sich die zuvor geübte Handlung im Kopf vorzustellen, können Sie nur noch mit Zahlen arbeiten. Bei Problemen immer mit dem Bild (oder sogar der Handlung) weiterhelfen.

​Ich kann mir vorstellen, dass sich das für Sie eventuell kompliziert anhört, bzw. sich nicht so einfach liest. Einmal durchgeführt werden Sie jedoch merken, dass es ganz einfach ist! Und dass das Kind dies ganz schnell versteht!  Ich kann Ihnen versichern, es funktioniert! Probieren Sie es aus....Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren.

Viel Erfolg!

Ihre Christine Strauß-Ehret​

Ist Dyskalkulie eine Krankheit?

Glauben Sie auch, dass Kinder, die nicht rechnen können an einer Krankheit leiden? Ich nicht!  Wenn ich Dyskalkulie google, erhalte ich unfassbare 658.000 Ergebnisse. Therapievorschläge, Erklärversuche, Forenangaben, seiten von Elternverbänden etc. Und das Keywort hat ungefähr 18000 Suchanfragen jeden Monat! Diese Menschen bemühen sich wohl, eine Erklärung zum Phänomen “Dyskalkulie” zu finden, bzw. erhoffen sich über diese Informationen und Förderkonzepte konkrete Hilfestellungen. Gehören Sie auch dazu?

In meiner Vorstellung sehe ich all die kleinen Kinder in der Grundschule, die mit dem Etikett “du kannst nicht rechnen” versehen werden und für die damit der begonnene Leidensweg dennoch kein Ende nimmt. Ich will hier gar nicht weiter auf die verschiedenen Definitionen die es dafür gibt eingehen, sondern meine Erfahrungen mit Kindern die diese Diagnose haben, schildern. Seit Jahren arbeite ich fast ausschließlich mit Kindern die Probleme beim Rechnen zeigen (darunter waren auch schon viele Kinder mit dem besagten Gutachten) und stelle immer wieder erstaunt fest, dass die Eltern den Lehrern wirklich glauben, wenn diese behaupten, dass das Kind das Problem ist. Das Kind kann nicht rechnen, verwechselt die Zahlen, rechnet alles mit den Fingern, braucht zu lange, braucht viele Hilfestellungen, schreibt schlechte Noten etc. Wenn mir die Eltern dann erzählen, wie und mit was das Kind gelernt hat, welche Übungen es machen musste, wie fleißig es bisher übte und wie deprimiert das Kind jetzt gerade sei, weil es sich für dumm hält, bin ich meist erst empört, dann tief traurig. Wer ist der Sündenbock? Das Kind und vielleicht auch noch die Eltern, die nicht genug geübt haben?

In vielen Fällen ist dies nicht wahr. Wenn ein Grundschulkind nicht rechnen lernt, so ist dieser Umstand fast ausschließlich das Ergebnis eines schlechten Unterrichts, einer schlechten Vermittlung oder eines schlechten Lehrwerkes oder eine Mischung von allem. Und was erschwerend hinzu kommt: Es fehlt an an den Schulen meist ein Verständnis für Basisanforderungen. Was sollte ein Kind zumindest können und was braucht es nicht wirklich, erschwert nur das Lernen und ist reine “Abüberei?”.  Hier wird sich zu stark an den Vorgaben der sog. Lehrwerke gehalten, nach dem Motto “alle Kinder sollten am Ende alles können”. Warum? Was macht das für einen Sinn? Kommazahlen in der 3. Klasse, Größen – Umrechnungen und Sachaufgaben die manchen Erwachsenen noch straucheln lassen. Eine Qual für viele Kinder, zumal wenn das Basisverständnis fehlt.  Kein Wunder, wenn sich Eltern und Lehrkräfte nach einer Lösung sehnen, nach einer plausiblen Erklärung für all das Nicht – Verstehen trotz gut gemeinter Erklärungen, für die Sorgen und tränenreichen Nachmittage.

Dyskalkulie scheint da die Rettung. Mein Kind ist nicht zu dumm, es kann nichts dafür, es ist einfach krank! Nein eben nicht! Bitte liebe Eltern und Lehrkräfte wacht auf! DAS KIND IST NICHT DAS PROBLEM! Schauen Sie sich mal in aller Ruhe die Hefte und Bücher der Kinder in Mathe an. Und dann hinterfragen Sie, wie Sie Mathe vermitteln bzw. wie das Kind das Rechnen lernt. Können da auch Kinder mitkommen und verstehen, die nicht sowieso schon alles in Mathe können? An welcher Stelle ist das Kind ausgestiegen und warum? Was braucht es, damit es verstehen kann?

Dyskalkulie ist für mich keine Krankheit und bedarf auch keiner Diagnose (die erstmal auch nicht weiterbringt). In meiner Erfahrung ist Dyskalkulie vermeidbar! Sie glauben es nicht? Hätte Ivonne schön früher eine gute Hilfe gehabt, wäre das Gutachten nicht nötig gewesen… Sehen Sie dazu den Film “Ivonne lernt rechnen”. Und wenn Sie anderer Meinung sind, freue ich mich über Ihren Kommentar.

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Herzlichst

Ihre Christine Strauß-Ehret

 

   

Nieder mit den Hausaufgaben!

…so titelt ein aktueller Artikel in spiegel online. Denn in Spanien haben Familien der “Hausaufgaben-Flut” den Krieg erklärt und wollen nun streiken. Ziel der Kampagne sei die gänzliche Abschaffung der Hausaufgaben. Begründung: Unter dem zunehmenden Hausaufgaben-Volumen leide das Familienleben auch an den Wochenenden. Kinder hätten nur noch selten Zeit zum Spielen. Somit werde in Spanien Artikel 31 der UN-Kinderrechts-Konvention verletzt, wonach Kinder Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel haben, hieß es.

Das haben die Kinder in Deutschland auch. Ein Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel. Doch für mich gibt es auch andere Gründe die gegen Hausaufgaben sprechen:

  • Sind die Hausaufgaben nicht dem Lernstand des Kindes individuell angepasst und deshalb zu schwer, sitzen Sie als Eltern mit ihren Kindern nachmittags unangebracht lange daran. Das Kind vertieft nicht den Lernstoff des Vormittags, sondern bekommt wieder das Gefühl der Unzulänglichkeit. Die Stimmung zu Hause ist dann meist gereizt und negativ belastet.
  • Hat das Kind den Lernstoff morgens verstanden, dann reicht das meistens aus, eine Wiederholung nachmittags ist dann nicht wirklich nötig.
  • War der Lernstoff jedoch in der Schule schon nicht verstanden, dann wird die Hausaufgabe dieses Verständnis nicht wirklich fördern. Die wiederholte Problemstellung belastst und frustet das Kind unnötig. Es wäre eigentlich Aufgabe der Schule hier nochmal anzusetzen und dem Kind ein Verstehen zu ermöglichen; das geht jedoch nicht über Hausaufgaben!
  • Und zu guter Letzt am Beispiel Mathehausaufgaben: Was nützt es, wenn ein Kind zählend rechnet, nicht weiterkommt und bei jeder Aufgabe zu lange braucht? Was genau sollen dann Hausaufgaben bezwecken?

Meine Rechen – Hausaufgabentipps:

  1. Sind die Aufgaben zu schwer und nicht dem Lernstand des Kindes angepasst (kann es die Aufgaben nicht alleine lösen), suchen Sie leichtere Aufgaben aus dem Heft und lassen Sie Ihr Kind diese Aufgaben lösen. ODER: Sie machen 10 min. Kopfrechnen mit Aufgaben die es schon kann und lassen die schriftlichen Hausaufgaben ganz sein.
  2. Hausaufgaben sollten in der Regel nicht länger als 10-15 min. Zeit in Anspruch nehmen! Sind diese vorbei – einpacken lassen. Der Lehrerin diese Vorgehensweise bitte mitteilen, oder unter die nicht gelösten Aufgaben drunter schreiben.
  3. Bei zu schweren Aufgaben mit dem Kind den Lösungsweg besprechen und zwei bis drei Beispielaufgaben mit ihm rechnen. Geht das nur mit Mühe und ohne wirkliches Verständnis des Kindes – aufhören.
  4. Bei LehrerInnen die bezgl. der Hauaufgaben nicht mit sich reden lassen, können Sie die Ergebnisse dem Kind diktieren und danach (weil das ja schnell gegangen ist) noch Aufgaben üben, die gerade wichtig für das Kind sind (also die Aufgaben, wo es gerade im Rechnen lernen steht).
  5. Bitte suchen Sie bei Hausaufgabenkonflikten frühzeitig das Gespräch mit der Lehrkraft, es lässt sich eigentlich immer eine gute Lösung für alle finden!

Viel Erfolg!

Ihre

Christine Strauß-Ehret

Vom Sonderschüler zum Multimillionär!

“Claudio, aus dir wird nie was…”

Dieser Satz klingt dem heute sehr erfolgreichen Schweizer Unternehmer noch heute in den Ohren. Sein Lehrer hat ihm das immer wieder gesagt. “Aus dir wird nie was”. Claudio hatte als Kind einen langen Schulweg und wenn er abends nach Hause kam, nahmen ihn seine Eltern mit zum Putzen bei anderen Leuten. Damit verdienten sie sich das Schulgeld für ihn. Weil er kein gebürtiger Schweizer, sondern italienischer Abstammung war, durfte er nicht in die Schweizer Dorfschule gehen, sondern fuhr mit dem Bus zu einer spezielle Schule. Das alles kostete viel Geld. Hausaufgaben, Lernen und Vorbereiten für die schulischen Anforderungen – dafür hatte das Kind Claudio wenig Zeit. Er wurde zum ausgewiesenen “Sonderschüler” und kam in eine spezielle Lerngruppe. Seine Lehrer interessierten sich wenig für seine Probleme.

Ich traf Claudio auf einem schönen Campingplatz im Süden von Spanien. Er macht dort jährlich 2 Monate Urlaub. Der Satz seines Lehrers hat für ihn sich nicht bewahrheitet. Eben weil Claudio aus einem anderen Holz geschnitzt ist. “Meinem Lehrer werde ich beweisen, dass etwas in mir steckt” war eine seiner Devisen. Er hat sich nicht unterkriegen lassen. Heute hat er eine große Firma aufgebaut und macht damit jährlich Millionen-Umsätze. Seine Erfolgsprinzipien sind einfach:

BlogbildClaudio Sei ein gutes Vorbild und zeige Disziplin in deiner Arbeit.

Hilf anderen Menschen die weniger haben direkt und unkompliziert.

Sprich laut und klar, zeige dich, stehe hinter deinen Wünschen, Ideen und

Vorstellungen. Respektiere andere Menschen, dann wirst du auch von ihnen respektiert.

Das Treffen mit Claudio war nicht unser Erstes. Vor genau 9 Jahren im Sommer habe ich schon einmal getroffen. Er stellte sich mit seinem Wohnwagen direkt neben uns und bei einem ersten “Smal-Talk” berichtete er von seinen 8 Wochen Urlaub. Das hat mich neugierig gemacht, denn ich habe als Lehrerin fast 6 Wochen unterrichtsfreie Zeit. Wie kommt man zu 8 Wochen???

So begann unsere Bekanntschaft. Claudio interessierte sich für meine Arbeit, vor allem für mein Rechenkonzept “Würfelhaus”, da seinem Sohn das Rechnen Probleme bereitete. Und ich hatte zu diesem Zeitpunkt den starken Wunsch ein Rechenbuch für die erste Klasse zu konzipieren, damit ich  konsequent mit meinem Konzept Kindern helfen kann. Was mich bisher zurückgehalten hatte, waren die hohen Grafik- und Druckkosten.

Das Leben hatte mir Claudio geschickt, denn er bot mir an, das Arbeitsheft zu finanzieren! Das war der Start für das erste Heft aus dem Würfelhaus-Verlag! Als es fertig war, traf ich die Entscheidung es selbst zu finanzieren und aufzulegen; aber ohne Claudio wäre ich diesen Schritt vielleicht nie gegangen! Ich bin ihm sehr dankbar für sein spontanes Hilfsangebot.

Den Förderschüler gibt es nicht mehr. Claudio ist glücklicher Unternehmer und Familienvater. Und mit seinem Leben sehr zufrieden. Entgegen den Unkensprüchen des damaligen Lehrers ist “etwas aus ihm geworden”.

Schule hat halt eben doch nicht recht!

Ihre Christine Strauß-Ehret

 

In der Ferienzeit erfolgreich Üben!

Endlich Sommerferien! Diese Zeit sollte für Eltern und Kinder eine richtige Auszeit sein, eine Zeit der Erholung. Und dennoch erlebe ich, dass diese so schöne Zeit unterschwellig von der Frage dominiert wird: Wie geht es in der nächsten Klasse weiter? Wird mein Kind die Anforderungen leisten können? Reicht der momentane Leistungsstand aus um die Lerninhalte der nächsten Klassenstufe zu verstehen?  

Die Lerninhalte der Schule bestehen zum größten Teil aus fachlichen Informationen, sog. “Lernstoff” in den unterschiedlichen Fächern. Sich diese vielen unterschiedlichen Inhalte anzueignen kostet die meisten Kinder viel Kraft, Geduld und Durchhaltevermögen. Doch sind Ferien, als schulfreie Zeit, nicht automatisch “lernfreie”Zeit. Denn das geht gar nicht. Jeder Mensch lernt immer, jederzeit. Nur nicht das vielleicht, was speziell für die Schule als wichtig gesehen wird.

Aus meiner jahrelangen Erfahrung mit Kindern mit Lernrückständen in Deutsch und Mathe (Primarstufe) weiß ich, dass Üben nicht gleich Üben ist. Gerade gestern habe ich mit Marie arbeiten dürfen, ein Kind Ende der ersten Klasse, immer fleißig, immer viel gerechnet. Seitenweise. Sogar am Wochenende. Aber leider: DAS FALSCHE!!!

Sie kam kein Stückchen weiter mit ihren vielen Übungen. Ja, jetzt kann sie ein paar Aufgaben auswendig, aber sie hat nicht verstanden was sie da überhaupt macht. 

Deshalb: Es kommt auf das richtige Üben an! Sinnvollerweise wird die Automatisierung von Rechengleichungen erst dann geübt, wenn das Kind weiß, welche mathematische Handlung dahinter steckt. Und wenn es über ein sicheres  Mengenverständnis verfügt. 

Meine Tipps zum Üben in den Ferien:

  • Erstmal nicht nur an reinen Zahlen üben, das verfestigt bei zählenden Kindern die uneffektive Zählstrategie!
  • Das Würfelhaus als Anschauungsmittel verwenden, damit das Kind keine Energie in den Zählvorgang stecken muss sondern sich auf die Aufgabe konzentrieren kann
  • Jeden Tag etwa 10 Minuten üben ist besser als 2 mal in der Woche eine Stunde (Kontinuität!)
  • Vor dem Schlafen nochmal 2-3 Aufgaben am inneren Würfelbild rechnen lassen; das Gehirn verarbeitet die Lerneindrücke während wir schlafen am Besten!
  • Kennt das Kind die Handlung (z.B. Hinzufügen bei Plus), dann ist der nächste Schritt nur noch mit Mengenbildern zu arbeiten (Würfelbilder aus dem Würfelhaus-Konzept)
  • Erst nach und nach die Bilder mit Zahlen ersetzen; wird das Kind unsicher – wieder das Bild als Hilfe anbieten!
  • Verpacken Sie die Übungen spielerisch! Dann haben die Kinder viel mehr Spaß daran und das Gehirn lernt schneller!

Eine Spielmöglichkeit:

Stellen Sie dem Kind z.B. 10 Rechenaufgaben, die es gerade üben sollte. Damit das Kind seine Erfolge sehen kann, legen Sie dafür 10 z.B. Steinchen oder Plättchen vor sich. Für jede richtig gelöste Aufgabe wird ein Steinchen entfernt, für jede falsche Aufgabe wird Eins dazugelegt. Wenn alle Steine weg sind, werden keine Aufgaben mehr gestellt. Es versteht sich von selbst, dass das Kind keine Aufgaben lösen muss, die es nicht kann.Wenn Sie es geschickt anstellen, wird Ihr Kind dieses Spiel lieben (weil es ja nur noch 5 Aufgaben richtig lösen muss!).  

Viel Erfolg und einen supertollen Sommerurlaub!

Ihre

Christine Strauß-Ehret

 

 

Ein halbes Schuljahr voraus…

Das ist Jannis, ein Erstklässer. Schon von Anfang an hatte er ein sicheres Mengenverständnis und verfügte bereits über einen sogenannten “Zahlenblick”. Das kann relativ schnell und einfach festgestellt werden: Die Frage wie es denn mit den Zahlen nach 99 weitergeht, beantwortete er korrekt mit 100, 101, 102… Die meisten Kinder sagen dann: 100, 200, 300. Jannis kannte somit den Zahlenaufbau schon und konnte problemlos mit allen Zahlen umgehen.  

Seine Klasse arbeitete von Anfang an mit den Heften aus dem Würfelhaus-Verlag, was für Janis einfach war. Noch vor den Weihnachtsferien begann er mit der Lernplanarbeit. Er schrieb immer nur die Tests bis zu der Stelle, an der er von alleine nicht mehr weiterkam. Beim zweistelligen Zehnerübergang wurden ihm kurzfristig Bildübungen aus dem Würfelhaus-Konzept angeboten. Da Jannis die Würfelbildmengen kannte, gelang ihm die Nutzung sehr gut. Verdoppeln und Halbieren war danach wieder unproblematisch. Nach den Sommerferien (zu Beginn der 2. Klasse) wird Jannis mit den mathematischen Themen Mal und Geteilt anfangen. 

Kinder -die wie Janis mit Mathe gut können – gibt es in jeder ersten Klasse! Leider werden sie oft nicht wirklich sinnvoll differenziert. Meistens arbeiten sie Zusatzblätter ab mit der Folge, dass die Motivation ausgebremst wird (wer will schon freiwillig mehr machen? Und vor allem Aufgaben die eh zu leicht sind?). Schnell können aus dieser Unzufriedenheit heraus Verhaltensprobleme entstehen. 

Bei Jannis ist es anders. Er ist da, wo er gerade steht und arbeitet sich im Lernplan einfach weiter voran. Ohne Vergleich, ohne Ausbremsen, strukturiert und geplant. Auch seine Mitschüler rechnen jetzt -Ende der 1. Klasse- schon bis 100. Sie alle haben ein gesichertes Mengenverständnis und können Mengen bis 100 miteinander vergleichen und in mehrere Teilmengen zerlegen.

Denn im Würfelhaus-Konzept wird der Zahlenraum bis 20 nur angedeutet. Die (etwa) 6 Monate, die normalerweise an Schulen für den Zahlenraum bis 20 verwendet werden, sind in meinen Augen Zeitverschwendung; diese Zeit fehlt einigen Kindern später. Kinder wie Jannis sind ein ganzes Jahr unterfordert, die anderen verfestigen zum Teil durch das permanete zählende Rechnen ihre uneffktiven Rechenstrategien und kommen dann im Zahlenraum bis 100 nicht mehr weiter. Schnell wird die Zeit bis zum Ende des zweiten Schuljahres knapp. 

Ich freue mich immer wieder von Neuem daran, wenn ich sehe, was die Erstklässer schon leisten können, wenn man ihnen die richtige Hilfe gibt und sie Schritt für Schritt auf ihrem Weg die Zahlenräume zu erobern, begleitet. 

haendeMit der Lernplanarbeit aus dem Würfelhaus-Konzept ist das gut möglich. Jedes Kind übt da, wo es gerade steht. Alle unterstützen sich gegenseitig und alle kommen gut voran. Kein Kind bleibt in Mathe zurück.

Als Lehrerin stellt mich diese Arbeit sehr zufrieden. 

Auf dem Bild zeigt Jannis stolz seine Leistungen zum Arbeitsauftrag: “Wähle dir eine Zahl und verdopple sie so weit du kommst”…die Pausenglocke beendete die Arbeitszeit. Er hätte locker noch viel weiter gerechnet…

Ihre

Christine Strauß-Ehret