Mehr Ziele als Mama und Papa!

“Ich hab jetzt schon mehr Ziele für mein Leben als Mama und Papa”
so die Aussage von Mara im DU!iT Kurs.

Das ist mal ne Ansage!

Statistisch gesehen ist es tatsächlich so, dass viele Erwachsene große Probleme damit haben, konkrete Ziele zu formulieren. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Unwissenheit
  • Versagensangst
  • Stress
  • Angst vor Sichtbarkeit und “zu sich stehen”
  • Angst vor Ablehnung

Warum ist das so?

Vielleicht ist uns die Bedeutung von Zielen im Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit schon als Kind nie klar vermittelt worden? Vielleicht wurden wir in der Kindheit nie ermutigt, einen klaren Willen zu artikulieren? Und vielleicht war das ja eher das Gegenteil der Fall: Einen Wunsch/ Wille zu äußern, war gar nicht gewünscht bzw. wurde sogar schlecht gemacht.

“Wenn ich groß bin will ich Schauspielerin werden!”

Wer kennt das nicht? Haben wir nicht alle als Kind große Träume gehegt?

Was war Ihr Traum? Gibt es ihn noch oder haben Sie ihn vielleicht schon verwirklicht?

Die Frage “Was willst du wirklich, wirklich?” erzeugt bei vielen Menschen zunächst diffuse Gefühle, Ahnungen, Sehnsüchte und Ängste. Dieses meist noch formlose Gedankenfeld muss erst geklärt und konzentriert werden. Zielklarheit zu besitzen ist ein Faktor, der nach Studien wesentlich zur Lebenszufriedenheit und schlussendlich zum Erfolg eines Menschen beitragen kann.

Ziele sind für Menschen wichtig, weil sie:

  • langfristig helfen, andauernde Kurskorrekturen vorzunehmen,
  • das Gehirn stimulieren, neue Vernetzungen aufzubauen,
  • Orientierungspunkte für unser Leben sind-ähnlich wie die Koordinaten für ein Flugzeug,
  • Kraft für Veränderungen freisetzen,
  • Kraft bündeln,
  • das eigene Wachstum (geistig, seelisch, sozial) befördern,
  • das Gefühl der Selbstwirksamkeit stärken

Im DU!iT – Kurs finden alle Kinder für sich eigene Ziele. Welche, die sie selbst für wichtig finden, nicht die Eltern oder die Lehrkräfte. Die Frage: “Was ist an deinem Leben schön und was könnte anders sein, damit es noch eine wenig schöner ist?” dient den Kindern als Vorbereitung und Ideenfindung. Daraus sind solche Zielsetzungen entstanden:

Ole: Mein Ziel ist es, dass ich cool bleibe, wenn mich jemand ärgert. 

Kira: Mein Ziel ist es, mit mehreren (Kindern) Kontakt aufzunehmen. 

Yannik: Mein Ziel ist es, lauter und deutlicher zu sprechen.

Edward: Mein Ziel ist es, meine Hausaufgaben vor dem Fußballtraining besser zu organisieren. 

Nele: Mein Ziel ist es, mich vor anderen zu trauen, meine eigene Meinung zu sagen.

Antje: Mein Ziel ist es, weniger Angst im Dunkeln zu haben.

Marcella: Mein Ziel ist es, mit meinen Freundinnen weniger zu streiten. 

Umud: Mein Ziel ist es, 10 Fußballtricks (von Ronaldo) zu können. 

Jasmin: Mein Ziel ist es, mit drei Bällen zu jonglieren. 

Kira: Mein Ziel ist es, einen eigenen Raptext zu schreiben, mit Melodie und Tanzschritten.

Merte: Mein Ziel ist es, ein Modellhaus zu bauen (will später Architektin werden).

Jana: Mein Ziel ist es, eine Rolle als Tanzmariechen zu bekommen. 

Bertrand: Mein Ziel ist es, in die nächste Klasse meiner Fußballmannschaft aufgenommen zu werden.

Selina: Mein Ziel ist es, den nächsten Gürtel im Judo zu bekommen.

Und was ist Ihr Ziel?

Sie haben noch nicht darüber nachgedacht? Dann ist vielleicht jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. Und wenn Sie Kinder haben, reden Sie mit ihnen über die eigenen und über fragen Sie nach ihren Zielen. Denn Ziele zu setzen und sie zu verwirklichen gibt Kraft und fördert das Wachstum auf allen Ebenen. Aber achten Sie darauf ihr Kind nicht zu manipulieren. Eltern und Lehrkräfte neigen dazu, genau zu wissen, was gut für den Anderen ist. Zumindest glauben Sie das… Lassen Sie sich doch von Ihrem Kind überraschen und beurteilen Sie den Wunsch nicht. Alles was das Kind sagt, wird wertschätzend wahrgenommen.

Nicht wundern: Die Beschäftigung mit eigenen Zielen ist für die Kinder in der Regel neu. Manchen Kindern fällt es sehr leicht, sie können direkt ihr persönliches Ziel benennen, manche Kinder benötigen dafür mehr Zeit und brauchen individuelle Unterstützung. Gespräche (“was würde dein Leben noch schöner, noch besser machen?”) und viel Zeit für die Entwicklung ist hierbei wichtig.  Aber es lohnt sich definitiv!

Hilfestellung: Situationen im Alltag sammeln, die man gerne anders erleben möchte und diese in ein sog. “Wunsch-Tagebuch” notieren. Das ist auch für Kinder eine tolle Sache. Es können Situationen sein, in denen Ihnen ein Verhalten an Ihnen auffällt, das Sie gerne ändern würden (Kinderbeispiel Ina, 3. Klasse: “Ich würde mich gerne weniger mit meiner Mutter streiten”), oder aber Situationen, in denen Sie merken, dass Sie etwas so gerne möchten, dass es sich unbedingt verwirklichen soll (Kinderbeispiel Jakob: “Ich will der beste Spieler meiner Mannschaft sein”).

Wenn Sie jetzt denken: “Das mache ich, ich werde mir jetzt auch Ziele setzen!” dann warten Sie nicht zu lange. Fangen Sie gleich damit an! Denn wenn ein Mensch ein Vorhaben nicht innerhalb von 72 Stunden umsetzt, wird er gar nicht mehr tun.

Und irgendwann wird Ihre Tochter oder Ihr Sohn aus dem DU!iT – Unterricht kommen und sagen: “Ich hab jetzt schon mehr Ziele für mein Leben als Mama und Papa.” Wollen Sie das wirklich??

Herzlichst!

Ihre

Christine Strauß-Ehret

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2 comments
Ursula Kraemer says

Sehr guter Artikel und ein spannendes Thema. Mir gefällt der Vorschlag mit dem Wunschbuch sehr und die Idee, mit kleinen Situationen angufangen. Kleine Veränderungen haben oft große Wirkung und sind schneller umgesetzt.

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    p267325 says

    Hallo Ursula, wir warten immer auf den großen “Knall”, aber es sind eben die kleinen Dinge die beständig durchgeführt werden und die uns helfen, in einen anderen Bewusstseinszustand (z.B. der Freude, oder der Entspannung) einzutauchen. Danke für deinen Kommentar! Liebe Grüße!

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